Ratgeber
Was kostet Google Ads für kleine Unternehmen?
Stand: Juli 2026
Die verbreiteten Empfehlungen liegen zwischen 500 und 5.000 € Werbebudget im Monat, Google selbst nennt kleineren Unternehmen 10 bis 20 € am Tag. Eine Agentur kostet zusätzlich 300 bis 800 € im Monat oder 10 bis 20 % des Budgets. Diese Zahlen stehen so in jedem Ratgeber. Was in keinem steht: In manchen Regionen ist der Anzeigenmarkt für Ihre Leistung so dünn, dass jedes Budget das falsche ist. Wie Sie das in wenigen Minuten selbst prüfen — und welchen Fehler wir dabei zuerst gemacht haben —, steht weiter unten.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Bei Google Ads zahlen Sie nicht einen Betrag, sondern bis zu drei. Wer nur den ersten betrachtet, verrechnet sich regelmäßig um den Faktor zwei:
- Werbebudget: Geht direkt an Google, abgerechnet pro Klick. Sie legen ein Tagesbudget fest, Google schöpft es aus, solange Suchanfragen da sind.
- Klickpreis (CPC): Ergibt sich aus der Konkurrenz. Veröffentlichte Benchmarks nennen für E-Commerce 0,40–0,65 €, für Mode 0,50–0,80 €; in beratungsintensiven Branchen liegt er deutlich höher. Der Klickpreis bestimmt, wie viele Klicks Ihr Budget kauft.
- Betreuung: Wenn Sie es nicht selbst machen: 300–800 € im Monat oder 10–20 % des verwalteten Budgets. Bei 500 € Budget zahlen Sie damit im ungünstigen Fall mehr für die Betreuung als für die Werbung.
| Was | Verbreitete Spanne | Anmerkung |
|---|---|---|
| Werbebudget kleiner Betrieb | 500–1.500 €/Monat (manche Quellen bis 5.000 €) | Google empfiehlt kleineren Unternehmen 10–20 € pro Tag, das ergibt rund 300–600 €/Monat |
| Klicks für dieses Budget | rund 50–100 pro Monat | Bei mittleren Klickpreisen; in teuren Branchen deutlich weniger |
| Agenturbetreuung | 300–800 €/Monat oder 10–20 % des Budgets | Kommt zum Werbebudget hinzu, ist nicht darin enthalten |
| Werbeguthaben für Neukunden | bis 800 € Guthaben | Laut Google an eine Mindestausgabe von 1.200 € in den ersten 60 Tagen gekoppelt — kein Geschenk, sondern ein Rabatt |
Die Angaben stammen aus öffentlich einsehbaren Quellen, abgerufen am 27. Juli 2026. Die Spannen sind breit, weil Klickpreise stark nach Branche und Region schwanken — genau deshalb ist der Test im nächsten Abschnitt wichtiger als jede Faustregel.
Der Fünf-Minuten-Test: Gibt es in Ihrer Region überhaupt einen Anzeigenmarkt?
Bevor Sie ein Budget festlegen, beantworten Sie eine einfachere Frage: Bietet außer Ihnen überhaupt jemand auf diese Suchbegriffe? Der Test kostet nichts und braucht kein Werbekonto.
- Schritt 1: Öffnen Sie ein privates Browserfenster und suchen Sie bei Google genau das, was ein Kunde suchen würde — Ihre Leistung plus Ihren Ort, zum Beispiel „Dachdecker Musterstadt".
- Schritt 2: Zählen Sie die Treffer, die mit „Gesponsert" oder „Anzeige" gekennzeichnet sind. Nur die ganz oben und ganz unten, nicht die Karteneinträge.
- Schritt 3: Wiederholen Sie das mit drei bis vier Varianten Ihrer Leistung und der Nachbarorte.
- Schritt 4 — und das ist der wichtigste: Wiederholen Sie den Test zu mindestens zwei verschiedenen Tageszeiten, zum Beispiel vormittags und abends. Anzeigen haben Tagesbudgets und Zeitpläne: Wer abends misst, sieht regelmäßig nichts, obwohl vormittags mehrere Anbieter geboten haben.
- Schritt 5 — die Auswertung: Mehrere Anzeigen über mehrere Messungen hinweg heißen: Der Markt existiert, andere geben dort Geld aus, ein Test lohnt sich. Durchgehend keine Anzeigen sind ein Hinweis auf einen dünnen Markt — aber allein noch kein Beweis.
Diesen Fehler haben wir selbst gemacht: Bei unserer ersten Messung spät abends fanden wir über vier Suchbegriffe hinweg keine einzige Anzeige und hielten die Sache damit für erledigt. Am nächsten Morgen standen bei einem der Begriffe zwei Anzeigen. Eine einzelne Momentaufnahme ist deshalb kein Befund — und diese Erfahrung ist der Grund, warum Schritt 4 oben steht.
Unser eigenes Ergebnis — und was wir daraus gemacht haben
Wir haben diesen Test für unsere eigene Region durchgeführt, weil wir überlegt haben, Google Ads für uns selbst zu schalten. Geprüft wurden vier Suchbegriffe, mit denen ein Betrieb hier nach einer Agentur sucht — spät am Abend des 27. Juli und noch einmal am Morgen des 28. Juli:
| Suchbegriff | abends (27.07.) | morgens (28.07.) |
|---|---|---|
| werbeagentur altenkirchen | keine Anzeige | 2 Anzeigen |
| webdesign altenkirchen | keine Anzeige | keine Anzeige |
| werbeagentur betzdorf | keine Anzeige | nicht erneut geprüft |
| website erstellen lassen westerwald | keine Anzeige | nicht erneut geprüft |
Der Unterschied zwischen den beiden Spalten ist die eigentliche Lehre. Nach der Abendmessung hätten wir gesagt: Hier bietet niemand, Thema erledigt. Am Morgen standen bei „werbeagentur altenkirchen" zwei Anzeigen — beide von überregionalen Anbietern, einer davon aus Köln. Die rund zwanzig Agenturen aus der Region selbst schalten auf ihren eigenen Ortsnamen weiterhin keine Anzeigen.
Der Anzeigenmarkt ist hier also nicht leer, sondern dünn und schwankend — und wer bietet, steuert bundesweit aus, statt gezielt auf diesen Kreis. Gegen Ads entschieden haben wir uns am Ende trotzdem, aber aus einem belastbareren Grund als der Anzeigenzählung: Unsere eigenen Search-Console-Zahlen zeigen für die lokalen Suchbegriffe nur einstellige Impressionen im Monat. Bei „seo agentur wissen" stehen wir auf Position 1 — und werden viermal im Monat überhaupt angezeigt. Wo so wenig gesucht wird, kauft auch Werbebudget keine Nachfrage dazu.
Für Ihren Betrieb kann das völlig anders aussehen. In dicht besiedelten Gebieten und bei Leistungen mit hohem Auftragswert ist der Anzeigenmarkt lebendig. Der Punkt ist nicht, dass Google Ads nicht funktioniert — sondern dass Sie sich diese Frage weitgehend kostenlos beantworten können, bevor Sie Budget einsetzen. Nur eben mit mehr als einer Messung.
Wie viel Budget ein ehrlicher Test mindestens braucht
Wenn der Test positiv ausfällt, gilt eine unangenehme Rechenregel: Unter etwa 80 Klicks lässt sich ein Ergebnis nicht von Null unterscheiden. Bei einer Anfragequote von 2 bis 5 % ergeben 80 Klicks zwei bis vier Anfragen — gerade genug, um zu sehen, dass überhaupt etwas passiert. Bei 40 Klicks sind es null bis zwei, und zwischen diesen Werten ist kein Unterschied erkennbar.
Rechnen Sie deshalb rückwärts: 80 Klicks mal Ihrem geschätzten Klickpreis ergibt das Mindestbudget für eine Aussage. Liegt der Klickpreis bei 1,20 €, sind das rund 100 €. Liegt er bei 4 €, sind es 320 €. Wer weniger einsetzt, spart nicht — er zahlt für ein Ergebnis, das er nicht lesen kann.
Wann sich Google Ads für einen kleinen Betrieb lohnt
- Eher ja: Hoher Auftragswert (ein gewonnener Auftrag trägt viele Klicks), akuter Bedarf beim Kunden (Notdienst, Reparatur), dichte Besiedlung, und eine Zielseite, die sofort Preis und Kontaktweg zeigt.
- Eher nein: Kleiner Auftragswert, ländliche Region mit wenig Suchvolumen, keine belastbare Messung der Anfragen — und wenn das Budget so knapp ist, dass die 80-Klick-Schwelle nicht erreicht wird.
- Erst recht nein: Solange die Website selbst nicht überzeugt. Bezahlter Verkehr auf eine schwache Seite macht die Schwäche nur teurer — er behebt sie nicht.
Der letzte Punkt ist der häufigste Fehler. Wer keine Anfragen bekommt, hat selten ein Reichweitenproblem, sondern ein Überzeugungsproblem. Was eine Seite leisten muss, damit sie aus Besuchern Anfragen macht, steht unter Leistungen; was das kostet, offen auf /preise.
Was wir stattdessen tun
Wir bieten Google Ads bewusst nicht an. Nach dem oben beschriebenen Test wäre es unredlich, ein Werbebudget zu verwalten, von dem wir bei uns selbst festgestellt haben, dass der Markt dafür hier nicht existiert. Stattdessen bauen wir die Sichtbarkeit, die ohne laufendes Werbebudget trägt: ein gepflegtes Unternehmensprofil, eigene Seiten für die Orte im Umkreis und Inhalte, die echte Fragen beantworten. Wie das bei einem Kunden aussieht, steht in den Referenzen — mit Zahlen aus der Google Search Console statt mit Behauptungen.
Fazit
Die übliche Antwort auf „Was kostet Google Ads?" lautet 500 bis 1.500 € im Monat plus Betreuung. Die nützlichere Antwort lautet: Prüfen Sie zuerst kostenlos, wie lebendig der Anzeigenmarkt für Ihre Suchbegriffe ist — mehrfach und zu verschiedenen Tageszeiten, sonst messen Sie Zufall. Ist er dünn, sparen Sie sich das Budget. Ist er lebendig, rechnen Sie über die 80-Klick-Schwelle rückwärts, statt eine runde Zahl zu nehmen — und lassen Sie die Anfragen messen, bevor der erste Euro fließt.
Häufige Fragen
Verbreitete Empfehlungen liegen zwischen 500 und 1.500 € im Monat, einzelne Quellen nennen bis zu 5.000 €. Google selbst empfiehlt kleineren Unternehmen 10 bis 20 € am Tag, also rund 300 bis 600 € im Monat. Sinnvoller als eine runde Zahl ist die Rückwärtsrechnung: Unter etwa 80 Klicks lässt sich kein Ergebnis von Null unterscheiden — multiplizieren Sie 80 mit Ihrem geschätzten Klickpreis, das ist Ihr Mindestbudget.
Nein. Werbebudget und Betreuung sind zwei getrennte Posten: Das Budget geht an Google, die Betreuung an die Agentur. Übliche Sätze sind 300 bis 800 € im Monat oder 10 bis 20 % des verwalteten Budgets. Bei einem kleinen Budget kann die Betreuung damit teurer sein als die Werbung selbst.
Suchen Sie in einem privaten Browserfenster nach Ihrer Leistung plus Ihrem Ort und zählen Sie die als „Gesponsert" gekennzeichneten Treffer. Wiederholen Sie das mit drei bis vier Varianten, mit Nachbarorten und — das ist entscheidend — zu mindestens zwei verschiedenen Tageszeiten. Anzeigen haben Tagesbudgets und Zeitpläne; abends sehen Sie regelmäßig nichts, obwohl vormittags geboten wurde. Erst wenn über mehrere Messungen hinweg nichts erscheint, ist der Markt wirklich dünn. Der Test kostet nichts und braucht kein Werbekonto.
Google wirbt für Neukunden mit einem Guthaben von bis zu 800 €. Laut den Bedingungen ist es daran gekoppelt, dass Sie in den ersten 60 Tagen mindestens 1.200 € ausgeben. Es handelt sich also nicht um ein Startguthaben, sondern um einen nachträglichen Rabatt auf eine Mindestausgabe — das gehört in die Kostenrechnung, nicht daneben.
Nein. Der Grund steht oben im Artikel: Unsere eigenen Search-Console-Zahlen zeigen für die lokalen Suchbegriffe hier nur einstellige Impressionen im Monat — bei „seo agentur wissen" stehen wir auf Position 1 und werden viermal im Monat angezeigt. Wo so wenig gesucht wird, kauft Werbebudget keine Nachfrage dazu. Ein Werbebudget zu verwalten, dessen Wirkung wir bei uns selbst nicht nachweisen konnten, wäre unredlich. Wir bauen stattdessen Sichtbarkeit, die ohne laufendes Werbebudget trägt.
Sie haben den Fünf-Minuten-Test gemacht und sind unsicher, wie Sie das Ergebnis lesen sollen? Schreiben Sie uns über /kontakt Ihre Leistung und Ihren Ort — wir sehen uns die Suchergebnisse an und sagen Ihnen offen, ob sich Werbung dort lohnt. Auch dann, wenn die Antwort „nein" lautet und wir daran nichts verdienen. Was wir anbieten und was es kostet, steht auf /preise.