Ratgeber

Was kostet eine Werbeagentur?

Stand: Juli 2026

Deutsche Werbeagenturen berechnen zwischen 60 und 200 € pro Stunde, im Mittel rund 130 €. Laufende Betreuung gibt es je nach Umfang ab etwa 750 € im Monat, nach oben ist die Spanne weit offen. Diese Zahlen stehen so oder ähnlich in jedem Agentur-Ratgeber. Was fast nirgends steht: Der Stundensatz entscheidet selten darüber, was die Zusammenarbeit am Ende kostet. Das tun Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und die Klausel für den Fall, dass Sie vorzeitig aussteigen — und die stehen im Vertrag, nicht auf der Preisseite.

Die drei Abrechnungsmodelle und ihre echten Spannen

Die folgenden Werte stammen aus neun öffentlich einsehbaren Preisangaben deutscher Agenturen und Agentur-Vergleichsportale, abgerufen am 27. Juli 2026. Die Spannen sind bewusst breit angegeben — sie hängen an Agenturgröße, Spezialisierung und Region, ein einzelner Durchschnittswert wäre irreführend.

ModellTypische SpanneWofür es üblich ist
Stundensatz60–200 €, Durchschnitt rund 130 €. Kleine Agenturen und erfahrene Freelancer eher 70–130 €Einzelaufträge, Änderungen an bestehenden Arbeiten, Beratung nach Aufwand
Tagessatz640–1.200 €Workshops, Strategietage, Konzeptphasen
Monatspauschale (Retainer)ab etwa 750 €; die Quellen nennen Spannen von 500 € bis 20.000 € im MonatLaufende Betreuung: Anzeigen, Social Media, SEO, Pflege
Festpreis pro Projektab etwa 2.000–2.500 €, nach oben offenWebsite, Kampagne, Corporate Design — alles mit klar umrissenem Umfang

Zwei Dinge, die beim Vergleich gern untergehen: Fast alle diese Angaben sind Nettopreise, es kommen also 19 % Umsatzsteuer dazu — bei einem Retainer von 1.000 € netto sind das 190 € im Monat, im Jahr 2.280 €. Und: Ein Werbebudget für Google oder Meta ist in keiner dieser Zahlen enthalten. Das zahlen Sie zusätzlich, direkt an die Plattform.

Worauf im Vertrag zu achten ist

Hier liegt der Teil, über den Preisseiten schweigen. Vier Klauseln entscheiden darüber, wie teuer ein Fehlgriff wird — sie sind alle zulässig und alle branchenüblich, aber sie gehören vor der Unterschrift gelesen:

  • Mindestlaufzeit: Zwölf Monate sind bei laufender Betreuung verbreitet. Das ist nicht per se unfair — Aufbauarbeit braucht Zeit. Es heißt aber: Wenn die Zusammenarbeit nach zwei Monaten nicht funktioniert, zahlen Sie trotzdem zehn weiter.
  • Kündigungsfrist: Häufig drei Monate zum Ende der Laufzeit. Zusammen mit der Mindestlaufzeit heißt das: Sie müssen bereits im neunten Monat entschieden haben, ob Sie im dreizehnten noch dabei sein wollen.
  • Automatische Verlängerung: Wird nicht rechtzeitig gekündigt, läuft der Vertrag oft um weitere zwölf Monate weiter. Verpasste Fristen sind der häufigste Grund, warum jemand ein zweites Jahr bezahlt, das er nicht wollte.
  • Zahlung bei vorzeitiger Kündigung: Manche Verträge sehen vor, dass bei vorzeitigem Ausstieg ein erheblicher Teil der Restlaufzeit sofort fällig wird — Klauseln mit 70 % der verbleibenden Gesamtsumme sind in dieser Branche anzutreffen.

Was das in Zahlen bedeutet, zeigt ein Beispiel: Bei 750 € im Monat, zwölf Monaten Laufzeit und einem Ausstieg nach vier Monaten stehen acht Monate offen. Mit einer 70-Prozent-Klausel werden daraus 4.200 € auf einen Schlag — zusätzlich zu den 3.000 €, die bereits gezahlt sind. Wer nur auf den Monatspreis geschaut hat, rechnet mit dieser Summe nicht.

Die Fragen, die vor der Unterschrift geklärt gehören

  • Wie lange bin ich gebunden — und wie komme ich raus?: Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Verlängerung und Ausstiegsklausel in einer Antwort. Wird die Frage ausweichend beantwortet, ist das die Antwort.
  • Was genau bekomme ich für die Monatspauschale?: Eine Leistungsbeschreibung mit Mengen — wie viele Anzeigen, wie viele Beiträge, wie viele Stunden. „Betreuung" ist keine Leistungsbeschreibung.
  • Ist das Werbebudget enthalten?: In aller Regel nicht. Fragen Sie nach der Gesamtsumme, die monatlich von Ihrem Konto abgeht — Honorar plus Budget plus Umsatzsteuer.
  • Wem gehören Konten, Daten und Website am Ende?: Werbekonten und Analysezugänge sollten auf Ihren Namen laufen. Klären Sie vorab, was Sie bei einem Wechsel mitbekommen: Website-Stand, Domain, Zugänge, Daten.
  • Wer arbeitet tatsächlich an meinem Auftrag?: Der Stundensatz einer Agentur ist ein Mischpreis. Es ist legitim, dass Juniors mitarbeiten — Sie sollten es nur wissen.

Was wir verlangen

Damit dieser Artikel nicht bei allgemeinen Spannen stehen bleibt, hier unsere eigenen Zahlen: Eine Website mit bis zu sechs Unterseiten kostet 1.400 € einmalig, Hosting und Pflege ab 29 € im Monat, die Online-Terminbuchung 99 € im Monat zuzüglich 290 € einmalig für die Einrichtung, die in Kombination mit einem Website-Paket entfällt. Wir arbeiten nach der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) — der genannte Betrag ist zugleich der Rechnungsbetrag, es kommt keine Umsatzsteuer dazu. Alle Pakete stehen auf /preise.

Zu den Laufzeiten, weil genau darum dieser Artikel geht: Die Terminbuchung hat keine Mindestlaufzeit und ist monatlich zum Monatsende kündbar, eine E-Mail genügt. Hosting und Pflege laufen sechs Monate, danach ebenfalls monatlich. Eine Klausel, nach der bei vorzeitiger Kündigung ein Teil der Restlaufzeit auf einen Schlag fällig wird, gibt es bei uns nicht.

Was in diesen Beträgen jeweils enthalten ist, steht unter Leistungen; wie fertige Projekte aussehen, zeigen die Referenzen — beides mit Live-Links, damit Sie nicht auf Screenshots angewiesen sind.

Fazit

Wer Agenturen vergleicht, vergleicht meist Stundensätze — und die liegen bei fast allen im selben Korridor zwischen 60 und 200 €. Der Unterschied, der Ihr Konto tatsächlich trifft, entsteht woanders: bei der Laufzeit, der Kündigungsfrist und der Frage, was passiert, wenn es nicht funktioniert. Lassen Sie sich diese drei Punkte vor der Unterschrift schriftlich geben. Eine Agentur, die von ihrer Arbeit überzeugt ist, hat kein Problem mit kurzen Laufzeiten.

Häufige Fragen

Die Stundensätze deutscher Werbeagenturen liegen typischerweise zwischen 60 und 200 €, im Mittel bei rund 130 € (Stand Juli 2026, aus öffentlich einsehbaren Preisangaben). Kleine Agenturen und erfahrene Freelancer bewegen sich eher zwischen 70 und 130 €, hoch spezialisierte Anbieter darüber. Diese Angaben sind in aller Regel netto — es kommen 19 % Umsatzsteuer dazu.

Monatspauschalen beginnen bei etwa 750 €; die verfügbaren Quellen nennen Spannen von 500 € bis 20.000 € im Monat, je nach Leistungsumfang. Wichtig: Das Werbebudget für Google oder Meta ist darin normalerweise nicht enthalten, das zahlen Sie zusätzlich direkt an die Plattform.

Bei laufender Betreuung sind zwölf Monate Mindestlaufzeit mit drei Monaten Kündigungsfrist verbreitet, häufig mit automatischer Verlängerung um weitere zwölf Monate. Manche Verträge sehen zusätzlich vor, dass bei vorzeitiger Kündigung ein erheblicher Teil der Restlaufzeit sofort fällig wird. Fragen Sie diese vier Punkte vor der Unterschrift ab.

In aller Regel nicht. Honorar und Werbebudget sind zwei getrennte Posten: Das Honorar geht an die Agentur, das Budget direkt an Google oder Meta. Lassen Sie sich deshalb immer die Gesamtsumme nennen, die monatlich von Ihrem Konto abgeht — Honorar plus Budget plus Umsatzsteuer.

Eine Website mit bis zu sechs Unterseiten kostet 1.400 € einmalig, Hosting und Pflege ab 29 € im Monat. Die Online-Terminbuchung kostet 99 € im Monat plus einmalig 290 € Einrichtung, die in Kombination mit einem Website-Paket entfällt. Wir weisen nach § 19 UStG keine Umsatzsteuer aus — der genannte Betrag ist der Rechnungsbetrag.

Sie haben ein Angebot einer Agentur vorliegen und sind unsicher, was darin steht? Schicken Sie uns über /kontakt die Eckdaten — Laufzeit, Kündigungsfrist, Monatspreis, Leistungsumfang — und wir sagen Ihnen offen, was daran üblich ist und was nicht. Unsere eigenen Preise stehen unverändert auf /preise.