Ratgeber

Website ohne Vertragsbindung — worauf Sie achten müssen

Stand: August 2026

Es gibt zwei Wege zu einer Website: kaufen oder mieten. Beim Kauf zahlen Sie einmalig und danach nur noch für Hosting und Pflege — die Seite bleibt Ihnen. Beim Mietmodell zahlen Sie monatlich, und am Ende der Laufzeit haben Sie nichts in der Hand. „Ohne Vertragsbindung" steht dabei auf vielen Angeboten, die faktisch sehr wohl binden. Dieser Artikel zeigt, an welchen vier Stellen das passiert.

Vorab: Wir sind eine Webagentur, keine Kanzlei. Das hier ist unsere Projekterfahrung, keine Rechtsberatung. Einen konkreten Vertrag prüft eine Anwältin oder ein Anwalt.

Kaufen oder mieten — der Unterschied in einer Tabelle

KaufmodellMietmodell
Einstiegeinmalig, bei uns ab 690 € (Onepager) bzw. 1.400 € (mehrseitig)oft 0 € oder eine kleine Einrichtungsgebühr
LaufendHosting und Pflege, bei uns ab 29 € im Monatmarktüblich 49 bis 99 € im Monat, je nach Umfang
Bindungsechs Monate Mindestlaufzeit für die Pflege, danach monatlich kündbarsehr häufig 24, 36 oder 48 Monate Erstlaufzeit
Nach KündigungSie behalten Seite, Domain und Dateiendie Seite geht offline, Sie fangen bei null an
Wofür geeignetwer die Seite als Betriebsmittel verstehtwer ohne Anfangsinvestition starten muss

Als Betrieb haben Sie den Schutz nicht, von dem Sie gehört haben

Seit dem Gesetz für faire Verbraucherverträge (in Kraft seit 1. März 2022) dürfen Verträge gegenüber Verbrauchern in Allgemeinen Geschäftsbedingungen höchstens zwei Jahre Erstlaufzeit haben und müssen sich danach monatlich kündigen lassen. Viele Betriebsinhaber haben das mitbekommen und nehmen an, es gelte auch für sie.

Tut es nicht. Die Klauselverbote der §§ 308 und 309 BGB gelten im Verkehr zwischen Unternehmern nicht unmittelbar (§ 310 Abs. 1 BGB). Eine Kontrolle nach § 307 BGB findet weiterhin statt, aber mit deutlich großzügigerem Maßstab. Wenn Sie als Gewerbetreibender unterschreiben, sind 36 oder 48 Monate Laufzeit in aller Regel wirksam — auch dann, wenn dieselbe Klausel gegenüber einem Privatkunden unzulässig wäre. Das ist der Punkt, an dem die meisten unangenehmen Überraschungen entstehen.

Die vier Klauseln, die binden

„Monatlich kündbar" auf der Angebotsseite sagt nichts darüber, was im Vertrag steht. Diese vier Stellen entscheiden:

  • Mindestlaufzeit und Verlängerung: Wie lang ist die Erstlaufzeit, und um wie viel verlängert sich der Vertrag, wenn nicht gekündigt wird? Eine automatische Verlängerung um zwölf Monate macht aus „monatlich kündbar" ein Jahr Bindung, wenn Sie den Termin verpassen.
  • Nutzungsrechte an den Vertrag gekoppelt: Die unauffälligste und wirksamste Bindung: Ihre Rechte an der Website gelten „für die Dauer des Vertrags". Kündigen Sie die Pflege, dürfen Sie die Seite nicht weiter nutzen. Sie zahlen also nicht mehr für Pflege, sondern für die Erlaubnis.
  • Domain beim Anbieter: Steht die Agentur als Domaininhaber drin, brauchen Sie für den Umzug ihre Mitwirkung — unabhängig davon, was der Vertrag über Kündigung sagt.
  • Kündigungsfrist und Form: Drei Monate zum Laufzeitende und Schriftform sind verbreitet. Beides ist zulässig, kostet aber ein weiteres Jahr, wenn man es übersieht.

Punkt zwei und drei hängen an derselben Frage: Wem gehört meine Website? Dort steht ausführlich, wie Nutzungsrechte, Domain und Bildlizenzen zusammenspielen und was davon im Vertrag geregelt sein muss.

Was das über fünf Jahre kostet

Eine Modellrechnung mit einem Mietangebot in der Mitte der marktüblichen Spanne. Die 69 € stehen stellvertretend für ein Angebot mit Seite, Hosting und kleinen Änderungen; unsere eigenen Zahlen stehen so auf der Preisseite.

Nach 5 Jahren gezahltWas Sie danach haben
Mietmodell, 69 € im Monat4.140 €nichts — die Seite geht mit der Kündigung offline
Kauf mehrseitig, 1.400 € + 29 €/Monat3.140 €Seite, Domain und Dateien; Pflege jederzeit kündbar
Kauf Onepager, 690 € + 29 €/Monat2.430 €dasselbe, im kleineren Umfang

Der Abstand wächst mit jedem weiteren Jahr, weil beim Kaufmodell nur noch die Pflege läuft. Interessanter als die Differenz ist aber die letzte Spalte: Beim Mietmodell zahlen Sie fünf Jahre lang für etwas, das Ihnen am Ende nicht gehört.

Wann ein Mietmodell trotzdem die richtige Wahl ist

Es gibt gute Gründe dafür, und wir tun nicht so, als gäbe es sie nicht. Wer gerade gegründet hat und jeden Euro für Werkzeug oder Warenlager braucht, für den ist eine Rechnung über 1.400 € ein echtes Problem — 69 € im Monat sind es nicht. Auch wer noch nicht weiß, ob das Geschäftsmodell trägt, verteilt das Risiko damit sinnvoll.

Der Preis dafür ist die Bindung, und die sollte man bewusst eingehen statt sie zu übersehen. Wer sich für ein Mietmodell entscheidet, sollte wenigstens die Domain auf den eigenen Betrieb eintragen lassen. Dann ist der spätere Wechsel zwar ein Neubau der Seite, aber kein Verlust der Adresse.

Wie wir es halten

Bei uns ist die Website gekauft, nicht gemietet: Sie zahlen sie einmalig. Hosting und Pflege laufen ab 29 € im Monat, mit sechs Monaten Mindestlaufzeit und danach monatlich kündbar — die Online-Terminbuchung ganz ohne Mindestlaufzeit. Die Nutzungsrechte hängen nicht am Pflegevertrag — kündigen Sie, bleibt die Seite Ihre. Die Domain steht ohnehin auf Ihren Betrieb. Und der erste Entwurf ist kostenlos: Gezahlt wird, wenn die Seite steht und Ihnen gefällt.

Häufige Fragen

In aller Regel ja. Der verschärfte Schutz aus dem Gesetz für faire Verbraucherverträge gilt für Verbraucher, nicht für Gewerbetreibende. Zwischen Unternehmern gelten die Klauselverbote der §§ 308, 309 BGB nicht unmittelbar (§ 310 Abs. 1 BGB), geprüft wird nur nach dem allgemeinen § 307 BGB. Ob eine konkrete Klausel im Einzelfall unangemessen ist, kann nur eine Kanzlei beurteilen — verlassen Sie sich nicht darauf.

Zuerst nachsehen, wann die Laufzeit endet und welche Kündigungsfrist gilt — allein das rettet oft ein Jahr. Danach die Domain klären: Steht sie auf Ihrem Betrieb, können Sie parallel eine neue Seite aufbauen und zum Stichtag umschalten, ohne Ihre Adresse zu verlieren. Wir schauen uns das im Erstgespräch kostenlos an und sagen Ihnen, was der sauberste Ausstieg ist.

Das sind fast immer befristete Aktionspreise, die an eine Mindestvertragslaufzeit gebunden sind; nach der Aktionsphase gilt der reguläre Tarif. Rechnen Sie solche Angebote immer über die volle Laufzeit durch, nicht über die Aktionsmonate. Die Zahl, die zählt, steht in den Vertragsbedingungen, nicht auf der Anzeige.

Hosting und Domain braucht jede Website, sonst ist sie nicht erreichbar. Ob Sie darüber hinaus Pflege buchen, ist Ihre Entscheidung. Bei uns steckt in den 29 € Hosting, Domain, SSL und technische Updates; inhaltliche Änderungen kosten extra, aber immer zum vorher genannten Festpreis. Was wir nicht machen: Pflege als Bedingung dafür verkaufen, dass Sie Ihre eigene Seite behalten dürfen.

Sie haben ein Angebot vorliegen und sind sich nicht sicher, was Sie da unterschreiben? Schicken Sie es uns über /kontakt — wir sagen Ihnen, welche der vier Stellen darin stehen, auch wenn Sie am Ende beim anderen Anbieter bleiben. Unsere eigenen Konditionen stehen vollständig auf /preise.