Ratgeber

Was brauche ich, um eine Website online zu stellen?

Stand: Juli 2026

Sechs Bausteine braucht es, damit eine Website erreichbar ist: einen Namen (Domain), Speicherplatz auf einem Server, den richtigen Eintrag im Adressbuch des Internets (DNS), ein Zertifikat für die verschlüsselte Verbindung, die Pflichtseiten und einen Weg, gefunden zu werden. Vier davon sind an einem Nachmittag erledigt, einer kostet ein paar Euro im Jahr — und der letzte dauert am längsten, weil Suchmaschinen sich Zeit lassen. Diese Reihenfolge hat einen Grund: Wer sie umdreht, wartet am Ende auf Google, während noch nicht einmal das Impressum steht.

Wir stellen regelmäßig Seiten für Betriebe aus der Region live und ziehen dabei auch bestehende Domains um. Die Reihenfolge unten ist die, nach der wir arbeiten; die Beispielzahlen stammen aus öffentlichen Preisangaben mit Datum, damit Sie sie nachprüfen können.

1. Der Name: die Domain

Die Domain ist Ihre Adresse. Registriert wird sie nicht direkt bei der zentralen Vergabestelle, sondern über einen Anbieter, der die Anmeldung für Sie vornimmt. Knapp ist dabei nicht das Geld, sondern der Name: Die Vergabestelle DENIC weist auf ihrer Website 18.068.604 registrierte .de-Domains aus (denic.de, abgerufen am 27. Juli 2026). Rechnen Sie also damit, dass Ihr Wunschname in der schönsten Schreibweise vergeben ist.

Preislich ist das der kleinste Posten. IONOS nennt für eine .de-Domain regulär 1,30 € im Monat und im Rahmen eines befristeten Aktionsangebots 0,08 € im Monat für die ersten zwölf Monate, jeweils inklusive Mehrwertsteuer (ionos.de/domains/de-domain, abgerufen am 27. Juli 2026). Andere Anbieter liegen anders; wichtig ist weniger der Cent-Betrag als die Frage, wem die Domain gehört. Lassen Sie sie auf Ihren Namen laufen, nicht auf den Ihrer Agentur — dann können Sie jederzeit umziehen.

  • Kurz und sprechbar: Der Name muss am Telefon durchsagbar sein. Bindestriche und Zahlen erzeugen Rückfragen, Umlaute ebenfalls.
  • Ort oder Leistung nur, wenn es passt: Ein Ortsname im Namen hilft beim Wiedererkennen, wird aber unangenehm, sobald Sie in den Nachbarkreis wachsen.
  • Rechte vorher prüfen: Ein Name, der einer bestehenden Marke oder einem gleichnamigen Betrieb sehr nahekommt, kann teuer werden. Im Zweifel juristisch abklopfen lassen.

2. Der Platz: Hosting

Die Dateien Ihrer Seite müssen auf einem Rechner liegen, der rund um die Uhr erreichbar ist. Das leistet ein Webhosting-Paket, ein eigener Server oder — bei einem Baukasten — der Anbieter selbst, bei dem Speicherplatz im Abopreis steckt. Für eine normale Betriebsseite reicht das kleinste Paket technisch bei weitem aus; entscheidender sind drei andere Punkte: Wo stehen die Server, wie kommen Sie an Ihre Dateien heran, und wer spielt die Sicherheitsaktualisierungen ein?

Der zweite Punkt wird gern unterschätzt. Wir hatten den Fall, dass die Domain eines Kunden in einem Baukasten-Paket steckte, das gar keinen Dateizugang vorsah — die fertige Seite ließ sich dort schlicht nicht hochladen. Gelöst haben wir es, indem die Seite auf unseren Server kam und nur die Adressverweise umgestellt wurden. Vor der Buchung eines Pakets lohnt deshalb die Frage: Komme ich per Datei-Zugang an mein eigenes Hosting?

3. Die Verbindung: DNS

Domain und Speicherplatz sind zunächst zwei getrennte Dinge. Verbunden werden sie über das Domain Name System, das Adressbuch des Internets: Ein sogenannter A-Eintrag (und für neuere Adressen ein AAAA-Eintrag) verweist Ihren Namen auf die Zahlenadresse des Servers, ein weiterer Eintrag sorgt dafür, dass auch die Variante mit vorangestelltem www ankommt. Beides stellen Sie bei dem Anbieter ein, bei dem die Domain liegt.

Zwei Dinge irritieren dabei regelmäßig. Erstens dauert eine Änderung nicht sofort überall — je nach eingestellter Gültigkeitsdauer sehen manche Besucher noch für Minuten bis Stunden die alte Seite. Zweitens hängen an derselben Domain oft auch die E-Mail-Postfächer, und die laufen über eigene Einträge. Wer beim Umzug nur die Website-Einträge anfasst und den Rest vergisst, steht plötzlich ohne Mail da. Vor jeder Umstellung die bestehenden Einträge abschreiben — das ist die billigste Versicherung, die es gibt.

4. Das Schloss: HTTPS

Ohne gültiges Zertifikat warnen Browser vor Ihrer Seite, bevor ein Besucher das erste Wort gelesen hat. Kosten muss das nichts: Let’s Encrypt stellt als gemeinnützige Einrichtung kostenlose TLS-Zertifikate aus und beziffert die Reichweite auf über 700 Millionen Websites (letsencrypt.org, abgerufen am 27. Juli 2026). Jedes ernsthafte Hosting-Paket bindet das mit einem Schalter ein.

Prüfen sollten Sie danach zwei Dinge: dass die Erneuerung automatisch läuft (Zertifikate sind kurzlebig, ein abgelaufenes fällt sofort auf) und dass die unverschlüsselte Variante auf die verschlüsselte weitergeleitet wird. Sonst existiert Ihre Seite zweimal — was Besucher nicht merken, Suchmaschinen aber schon.

5. Die Pflichtseiten

Bevor die Seite öffentlich erreichbar ist, gehören zwei Seiten dazu: das Impressum nach § 5 DDG — mit Name und Anschrift, einer Adresse für die elektronische Post und, je nach Tätigkeit, Angaben zu Register, Kammer oder Aufsichtsbehörde — und die Datenschutzerklärung. Was in die zweite gehört und warum sie auch eine reine Visitenkarten-Seite braucht, steht ausführlich im Artikel Brauche ich eine Datenschutzerklärung?. Beides verlinken Sie im Fußbereich, sichtbar von jeder Unterseite. Bei einem Gewerbe, das erst noch angemeldet oder umgemeldet wird, klären Sie die Angaben vorher — nachträglich korrigierte Impressen sind ärgerlicher als ein um zwei Wochen verschobener Start.

6. Gefunden werden

Online sein heißt nicht auffindbar sein. Google formuliert es in der eigenen Dokumentation nüchtern: Es kann einige Wochen dauern, bis eine neue Website oder Änderungen daran bemerkt werden (developers.google.com/search, abgerufen am 27. Juli 2026). Beschleunigen lässt sich das, indem Sie nachhelfen:

  • Search Console einrichten: Das kostenlose Werkzeug von Google, über das Sie die Seite anmelden, den Indexierungsstand einsehen und einzelne Adressen zur Prüfung einreichen.
  • Sitemap einreichen: Eine Datei, die alle Unterseiten auflistet. Sie hilft Suchmaschinen, die Struktur zu erfassen, statt sich von Link zu Link vorzuarbeiten.
  • Unternehmensprofil anlegen: Für lokale Betriebe der schnellere Hebel als die Website selbst — kostenlos und meist in Tagen sichtbar statt in Wochen.
  • Selbsttest mit site:: Eine Suche nach site: gefolgt von Ihrer Domain zeigt, welche Ihrer Seiten überhaupt bekannt sind.

Wie das Unternehmensprofil angelegt und bestätigt wird, steht Schritt für Schritt unter Google-Unternehmensprofil erstellen. Und wenn nach Wochen noch immer nichts zu sehen ist, arbeitet der Artikel Warum wird meine Website bei Google nicht gefunden? die sieben üblichen Ursachen ab.

Checkliste für den Tag des Starts

  • Beide Adressvarianten aufrufen: Mit und ohne www, mit und ohne https — alle vier müssen auf derselben Seite landen.
  • Auf einem echten Telefon prüfen: Über Mobilfunk, nicht im WLAN. Was am Schreibtisch flott wirkt, ist unterwegs manchmal eine Geduldsprobe.
  • Jedes Formular einmal echt abschicken: Und nachsehen, ob die Nachricht wirklich im Postfach ankommt — nicht im Spam-Ordner.
  • Telefonnummer und Adresse antippen: Nummern müssen wählbar, Adressen in der Karte auffindbar sein.
  • Fehlerseite ansehen: Eine erfundene Unteradresse aufrufen: Es sollte eine eigene Fehlerseite mit Weg zurück erscheinen, keine nackte Servermeldung.
  • Sperren für Suchmaschinen entfernen: Testseiten laufen oft mit einer Sperre gegen Suchmaschinen. Bleibt sie beim Start stehen, wartet man monatelang vergeblich auf Sichtbarkeit.

Was das im Jahr kostet

Domain und Speicherplatz sind die kleinen Posten; der große ist die Seite selbst und ihre Pflege. Bei uns kostet Hosting & Pflege ab 29 € im Monat und umfasst den Betrieb der Seite samt Domain und technischen Aktualisierungen. Inhaltliche Änderungen rechnen wir davon getrennt ab — zum Festpreis, mit Angebot vorab, damit Sie vorher wissen, woran Sie sind. Der Bau selbst beginnt beim Onepager ab 690 €; eine Website mit bis zu sechs Unterseiten liegt bei 1.400 €. Die Aufstellung dazu steht auf /preise, und wer noch schwankt, ob er selbst baut oder bauen lässt, findet die Gegenüberstellung unter Website selbst erstellen oder machen lassen?.

Fazit

Technisch ist eine Website an einem Tag erreichbar: Name registrieren, Dateien ablegen, zwei Einträge setzen, Zertifikat einschalten. Die Arbeit steckt davor und danach — davor in den Pflichtseiten und der Frage, wem Domain und Zugänge gehören, danach in der Geduld, bis Suchmaschinen die Seite kennen. Wer beides einplant, erlebt am Starttag keine Überraschungen.

Häufige Fragen

Eine Domain als Adresse, Speicherplatz auf einem Server, die passenden DNS-Einträge, die Domain und Server verbinden, ein Zertifikat für die verschlüsselte Verbindung sowie Impressum und Datenschutzerklärung. Damit ist die Seite erreichbar. Damit sie auch gefunden wird, kommen Search Console, Sitemap und für lokale Betriebe das Google-Unternehmensprofil dazu.

Nein — die Dateien müssen auf einem dauerhaft erreichbaren Rechner liegen. Bei einem Baukasten merken Sie davon nichts, weil der Speicherplatz im Abo enthalten ist. Wer eine eigenständig gebaute Seite betreibt, braucht ein Hosting-Paket oder einen Server und sollte darauf achten, selbst Zugang zu den Dateien zu haben.

Die Umstellung der DNS-Einträge greift meist innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden, abhängig von der eingestellten Gültigkeitsdauer der alten Einträge. Bei Suchmaschinen dauert es länger: Google weist in seiner Dokumentation darauf hin, dass es einige Wochen dauern kann, bis eine neue Website bemerkt wird.

Praktisch ja. Ohne gültiges Zertifikat zeigen Browser eine Warnung, bevor der Besucher irgendetwas von Ihnen liest. Kosten muss es nichts: Let’s Encrypt stellt kostenlose Zertifikate aus, und gängige Hosting-Pakete richten sie mit einem Schalter ein. Wichtig ist nur, dass die automatische Erneuerung wirklich läuft.

Ja, ein Anbieterwechsel ist vorgesehen und die Domain bleibt dabei Ihre. Alternativ kann die Domain beim alten Anbieter bleiben und nur auf den neuen Server verweisen — dafür genügen geänderte DNS-Einträge. Prüfen Sie in beiden Fällen vorher, welche E-Mail-Postfächer an derselben Domain hängen.

Sie haben eine Domain, aber nichts, was darunter steht — oder umgekehrt eine fertige Seite ohne Adresse? Schildern Sie uns kurz die Lage über /kontakt. Wir sagen Ihnen, welcher der sechs Bausteine bei Ihnen fehlt und was er kostet; die Übersicht unserer Leistungen steht auf /leistungen.