Ratgeber
Website selbst erstellen oder machen lassen? Der ehrliche Vergleich
Stand: Juli 2026
Die kurze Antwort: Ja, Sie können eine Website selbst bauen — mit einem Baukasten wie Wix, Jimdo oder IONOS geht das ohne Programmierkenntnisse. Die ehrliche Ergänzung: Es kostet Sie 20 bis 60 Stunden Arbeitszeit, ein laufendes Abo, und bei Google gefunden wird das Ergebnis ohne Erfahrung meist trotzdem nicht. Ob sich das für Sie rechnet, hängt davon ab, was Ihre Zeit wert ist und was die Website leisten soll — genau das rechnen wir hier durch.
Wir verdienen unser Geld mit Websites — trotzdem (oder gerade deshalb) bekommen Sie hier beide Wege ehrlich erklärt. Denn eine selbst gebaute Seite, die zu Ihnen passt, ist besser als gar keine. Und ein Profi lohnt sich nur, wenn die Website tatsächlich Kunden bringen soll.
Wie baue ich eine Website selbst? Die 6 Schritte
- 1. Domain sichern: Ihre Adresse im Netz, z. B. ihr-betrieb.de. Kostet 10–20 € im Jahr, gibt es bei jedem Anbieter. Wichtig: Die Domain sollte auf Ihren Namen laufen, nicht auf den eines Dienstleisters.
- 2. Baukasten oder System wählen: Wix, Jimdo, Squarespace oder der Baukasten Ihres Hosting-Anbieters — für Einsteiger alle brauchbar. WordPress ist mächtiger, aber deutlich mehr Einarbeitung und Pflege.
- 3. Struktur festlegen: Für einen kleinen Betrieb reichen meist 4–6 Seiten: Start, Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum, Datenschutz. Mehr Seiten heißt mehr Pflege — fangen Sie klein an.
- 4. Texte und Bilder erstellen: Der Teil, den fast alle unterschätzen. Schreiben Sie so, wie Ihre Kunden suchen („Entrümpelung Remscheid“, nicht „Ihr Partner für Raumlösungen“), und nutzen Sie echte Fotos statt Stockbilder.
- 5. Rechtliches ergänzen: Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht — Generatoren liefern eine Grundlage. Wer hier schludert, riskiert Abmahnungen.
- 6. Bei Google anmelden: Google Search Console einrichten, Sitemap einreichen, Google-Unternehmensprofil anlegen und mit der Website verknüpfen. Ohne diesen Schritt bleibt die schönste Seite unsichtbar.
Was das Selbermachen wirklich kostet
Baukästen werben mit „kostenlos“ oder „ab 10 €“ — die echte Rechnung sieht anders aus:
| Posten | Selbst bauen (Baukasten) | Machen lassen |
|---|---|---|
| Geld im 1. Jahr | ca. 150–400 € (Abo + Domain) | einmalig ab ca. 690–1.400 € |
| Ihre Arbeitszeit | 20–60 Stunden (Einarbeitung, Texte, Technik) | 2–4 Stunden (Gespräch + Freigaben) |
| Laufende Kosten | Abo läuft dauerhaft weiter | nur Hosting, ab ca. 29 €/Monat oder weniger |
| Google-Sichtbarkeit | ohne Vorwissen meist schwach | von Anfang an mit eingerichtet |
| Eigentum | Seite lebt im Baukasten, Umzug schwierig | gehört Ihnen komplett |
Rechnen Sie ehrlich: Wenn Ihre Arbeitsstunde 50 € wert ist, kostet das Selbermachen bei 40 Stunden 2.000 € an Zeit — mehr als eine professionelle Website. Details zu den Preisen: Was kostet eine Website?
Wann Selbermachen die richtige Wahl ist
- Hobby oder Verein: Die Seite soll informieren, nicht verkaufen — und es gibt jemanden mit Zeit und Lust auf die Pflege.
- Sehr knappes Budget beim Start: Eine einfache, saubere Baukasten-Seite ist besser als keine Website. Umsteigen können Sie später immer.
- Sie haben Freude daran: Wer gern bastelt und die Stunden nicht rechnet, bekommt ein Ergebnis, das er selbst pflegen kann.
Wann sich der Profi rechnet
- Die Website soll Kunden bringen: Sichtbarkeit bei Google, überzeugende Texte, saubere Technik — genau die Punkte, an denen Selbstbau-Seiten scheitern.
- Ihre Zeit ist im Betrieb mehr wert: 40 Stunden am Baukasten sind 40 Stunden ohne Umsatz. Beim Handwerker-Stundensatz ist der Profi schnell die günstigere Option.
- Termine oder Anfragen laufen online: Buchungssystem, Kontaktformulare, Erinnerungen — das baut ein Baukasten-Einsteiger nicht nebenbei.
Der häufigste Fehler: der Mittelweg
Was wir am öftesten sehen: Die Baukasten-Seite wird an einem Wochenende angefangen, bleibt halbfertig online — mit Platzhaltertexten, ohne Impressum, ohne Google-Anmeldung. Eine solche Seite schadet mehr, als sie nützt: Wer sie findet, zieht weiter. Wenn selbst, dann richtig — oder bewusst abgeben.
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Häufige Fragen
Ja, mit Gratis-Tarifen von Baukästen — aber mit Werbung des Anbieters, einer Subdomain wie ihrname.wixsite.com und ohne eigene Domain. Für einen echten Betrieb wirkt das unseriös; rechnen Sie realistisch mit 150–400 € im Jahr für Abo und Domain.
Für eine saubere kleine Betriebs-Website mit eigenen Texten, Bildern, Rechtsseiten und Google-Anmeldung sollten Sie 20–60 Stunden einplanen — verteilt meist mehrere Wochen. Die reine Technik ist der kleinste Teil; Texte und Struktur kosten die meiste Zeit.
Nicht grundsätzlich — Google kann Baukasten-Seiten lesen. In der Praxis ranken sie trotzdem oft schlecht, weil Struktur, Ladezeit, Texte und die Verknüpfung mit dem Google-Unternehmensprofil nicht sauber eingerichtet sind. Das Werkzeug ist selten das Problem, die Umsetzung schon.
Die Inhalte (Texte, Bilder) ja — die Seite selbst meist nicht. Baukasten-Seiten lassen sich in der Regel nicht exportieren, ein Profi baut also neu. Wichtig ist, dass die Domain auf Ihren Namen läuft: Dann bleibt Ihre Adresse und Google-Historie beim Umzug erhalten.
Unsicher, welcher Weg für Ihren Betrieb passt? Schreiben Sie uns über /kontakt — wir sagen Ihnen ehrlich, ob Selbermachen bei Ihnen reicht. Auch dann, wenn wir daran nichts verdienen.